Wissenswertes

Die Gemeinde Heikendorf, nördlich der Stadt Kiel direkt am Ostufer der Förde gelegen, dürfte vielen Besucher*Innen der Landeshauptstadt zumindest von der Wasserseite her bekannt sein: Die Fähre nach Laboe legt hier an, und direkt am Ufer liegt mit dem U-Boot Ehrenmal Möltenort unübersehbar das Wahrzeichen des Ortes. Die martialische Adlerstatue erinnert an die 35.000 gefallenen U-Boot-Fahrer der beiden Weltkriege. Doch auch jenseits des militärischen Gedenkens ist die Gemeinde einen Besuch wert: Zwar ist Heikendorf als touristisches Ziel weniger bekannt als das benachbarte Laboe, aber der Ort ist seit 1967 ein staatlich anerkanntes Seebad und bietet das volle Programm eines solchen Erholungsorts: Der bewachte Kurstrand Möltenort verfügt über eine Promenade, einen Strandkorbverleih und etliche Bars und Restaurants, etwas weiter südlich liegt die nostalgische Seebadeanstalt aus dem Jahr 1927, und im Ortsteil Kitzeberg lockt ein besonders naturbelassener Strand rund um den alten Schiffsanleger. Und auch für Kulturinteressierte ist gesorgt: Die idyllische Lage Heikendorfs  zog bereits in den 1920er Jahren etliche bildende Künstler*Innen aus dem Umfeld des Expressionismus an, und das Atelierhaus des Malers Heinrich Blunck (1891-1963) mit seinem wunderschönen Garten ist heute als „Künstlermuseum Heikendorf – Kieler Förde“ der Öffentlichkeit zugänglich. Der Fördewanderweg verbindet den Ort mit seinen Nachbargemeinden – immer am Wasser entlang.

Literarisches

Wegen seiner Nähe zu Kiel hat Heikendorf insbesondere seit dem 20. Jahrhundert etliche Autorinnen und Autoren angezogen. Fritz Lau, der meist auf Niederdeutsch schreibende Chronist der „kleinen Leute“, wurde hier 1872 als Sohn eines Fischers geboren. Er lebte seit 1898 in Glückstadt. Der Schriftsteller und Theaterintendant Konrad Hansen, der aus dem nahegelegenen Schönberg stammt, lebte in Heikendorf und starb hier im Jahr 2012. Schließlich sind zwei AutorInnen durch ihren Lehrerberuf mit dem Ort verbunden: Die Kinderbuchautorin Barbara Cratzius (1929-2006) arbeitete hier als Lehrerin, und Christopher Ecker, der aus Saarbrücken stammende Romanautor und Schilderer grotesker Alltagswelten, unterrichtet bis heute am Heinrich-Heine-Gymnasium Deutsch und Philosophie.

In der Umgebung

Heikendorf liegt in unmittelbarer Nähe von Kiel und ist durch die Busse und Fähren des Kieler Verkehrsverbunds an die Landeshauptstadt angeschlossen. Auf dem anderen Fördeufer befindet sich Strande; es ist ebenfalls per Fähre erreichbar. Und südlich und östlich des Ortes liegen weitere Literaturorte des Kreises Plön: Lütjenburg, der Geburtsort des „Dorfpunks“ Rocko Schamoni, ist etwa 30 km entfernt, und die größte Stadt des Kreises, die „Schusterstadt“ Preetz, liegt etwa 22 km im Süden – von hier stammt beispielsweise Berit Glanz.

23.6.2021 Jan Behrs