WISSENSWERTES

Die Gemeinde Barlt (750 Einwohner) liegt im Süden Dithmarschens nicht weit vom Wattenmeer. Sie blickt auf eine lange Geschichte zurück: Bereits im Jahr 1428 trat der Ort aus dem Meldorfer Kirchspiel aus und gründete ein eigenes – ein Zeichen von Wohlstand und Selbstbewusstsein. Die daraufhin gebaute St.-Marien-Kirche ist auch mit der Literaturgeschichte des Orts verbunden: Gustav Frenssen, der 1863 in Barlt geboren wurde und seit 1919 wieder hier lebte, schuf die niederdeutsche Inschrift auf dem Krieger-Ehrenmal an der östliche Außenwand.

LITERARISCHES

Der bereits erwähnte Gustav Frenssen ist ohne Zweifel der bekannteste mit Barlt verbundene Literat. Er wuchs hier als Sohn eines Tischlers auf, besuchte das Gymnasium in Meldorf und Husum und studierte anschließend Theologie. Nach seinem großen Erfolg mit dem Roman Jörn Uhl (1901) konnte er sich ganz der Schriftstellerei widmen, und 1919 kehrte er in seinen Heimatort zurück, wo er Werke wie Hilligenlei und seinen wohl besten Roman Otto Babendiek schrieb. Wegen seines Eintretens für den Nationalsozialismus ist das Andenken an Frenssen nicht ungetrübt. In Barlt kann sein Haus in der Dorfstr. 50 nach Absprache besichtigt werden.

 

Toni Rothmund, die Autorin von Gedichten, Romanen und Märchen, wurde 1877 in Barlt geboren und verbrachte ihre ersten Lebensjahre hier.

Der niederdeutsche Autor Walter Wiborg lebte nach Ende des Zweiten Weltkriegs für einige Jahre als Lehrer in Barlt.

IN DER UMGEBUNG

Barlt liegt an der Bundesstraße 5 auf halbem Wege zwischen Meldorf im Norden und Marne im Süden – beide Orte sind etwa 15 km entfernt. Etwas weiter südöstlich befindet sich Brunsbüttel, nördlich von Meldorf hingegen Heide, die größte Stadt Dithmarschens, die unter anderem mit Klaus Groth verbunden ist. Nach Wesselburen, dem Geburtsort Friedrich Hebbels, sind es von Barlt aus etwa 30 km.

4.5.2021Jan Behrs