WISSENSWERTES

Der Name des Ortes stellt ein Ausdruck für Wohnstätte dar. Die Gemeinde Stadum liegt im Kreis Nordfriesland auf halber Strecke zwischen Ost- und Nordsee, direkt an der Bundesstraße 199, welche eine Hauptverkehrsstraße zu den nordfriesischen Inseln ist. Der 1486 nachweislich erstmals urkundlich erwähnte Ort ist vom Langenberger Forst umhüllt. Der Fund eines Rinderskeletts deutet jedoch darauf hin, dass der Ort älter ist als seine urkundliche Erwähnung. Laboruntersuchungen ergaben, dass das Tier im 4. Jahrhundert nach Christus gelebt hat. Desweiteren wurde Stadum bereits in Kirchenbüchern von 1359 erwähnt. Auch Spuren von Siedlungen aus der mittleren Steinzeit bis zur Eisenzeit sowie zwei Hügelgräber aus der Bronzezeit deuten auf ein hohes Alter hin. Da es allerdings keine weiteren schriftlichen Beweise gibt, bleibt das tatsächliche Alter des Dorfes unklar.
Der bereits erwähnte Langenberger Forst zählt zu den schönsten Naherholungsgebieten des nördlichen Schleswig-Holsteins und erstreckt sich über 250 ha auf Stadumer Gebiet. Im Bereich des Langenberger Forstes ist ein Teilstück des Ochsenweges erhalten geblieben. Auf diesem wurde in früheren Zeiten das Vieh zu den Märkten getrieben. Der Weg führte, von Dänemark kommend, an dem ehemals bedeutenden Viehmarkt Leck vorbei bis vor die Tore Hamburgs.
Seit 1959 gehört die Kaserne zu Stadum. Von 1964 - 1994 war dort das Aufklärungsgeschwader 52 stationiert, danach folgte die Flugabwehr. Nun wird die Kaserne von einem Verband der Fernmeldeaufklärung genutzt. Als General-Thomsen-Kaserne eröffnet, wurde die Kaserne im Jahr 2017 in Südtondern-Kaserne umbenannt.

LITERARISCHES

In Stadum lebt der Schriftsteller, Journalist und ehemalige Bundeswehr-Pilot Jochen Missfeldt. Unweit von Stadum entfernt, in Leck, war Missfeldt zuletzt als Oberstleutnant tätig. Seine Erfahrungen und Erlebnisse als Pilot der Luftwaffe verarbeitet er in seinen literarischen Arbeiten.
Mit seinem 1989 erschienenen Debütroman Solsbüll, in dem eine Familiengeschichte erzählt wird, erlangte er seinen Durchbruch. Die Handlung spielt in einem fiktiven Ort im Norden Schleswig-Holsteins, dem auch der Titel des Buchs gewidmet ist. An diesen Ort ist seine literarische Arbeit immer wieder angelehnt. Missfeldt berichtete, dass er in Solsbüll Geschichten seiner Heimat, Landschaften sowie Menschen sammelt. Daher liegt die Annahme nahe, dass Solsbüll an Jochen Missfeldts Wohnorten Stadum und Oeversee oder seinem Geburtsort Satrup angelehnt sein könnte.
Die Verknüpfung von schleswig-holsteinischer Landschaft und deutscher Geschichte, von poetischen Naturbeschreibungen und grotesk-parodiehaften Szenen kennzeichnet auch seine weiteren Werke. Die Hinwendung zur Landschaft kommt z.B. in seinem Bildband Klaar Kimming zum Ausdruck. In diesem sind Fotografien von Max Broders aus der frühen Zeit des 20. Jahrhunderts enthalten, auf denen der Westen und Osten Schleswig-Holsteins, die Halligen und das Hamburger Umland abgebildet sind. Jochen Missfeldt ergänzt die Fotografien mit seinem umfangreichen Wissen über die Region. Auch in Missfeldts Band Schleiland (2012), der in Zusammenarbeit mit den Malern Klaus Fußmann und Friedel Anderson erschien, nimmt er Bezug zu Schleswig-Holstein.
Im Ortsteil Fresenhagen erwarb die Musikgruppe Ton Steine Scherben und deren Sänger Rio Reiser 1975 einen Hof.


 

IN DER UMGEBUNG

In dem von Stadum 7 km entfernten Ort Leck war Jochen Missfeldt als Oberstleutnant und Staffelkapitän im bereits genannten Aufklärungsgeschwader 52 tätig. Missfeldt zweiter Wohnsitz befindet sich in Oeversee, was sich ca. 29 km östlich von Stadum befindet. Niebüll, Flensburg sowie die dänische Grenzstadt Tondern befinden sich ca 20 km von Stadum entfernt.

 

02.07.2021 Sara Franzese