Dora Heldt

Heldt, Dora. Geboren als Bärbel Schmidt

Erfolgsautorin von der Insel Sylt

Geboren in List auf Sylt am 10. November 1961

Bevor die auf Sylt geborene und heute in Hamburg lebende Dora Heldt als Romanautorin durchstartete, arbeitete sie als Buchhändlerin und anschließend als Verlagsvertreterin für den Deutschen Taschenbuch Verlag (in dem anschließend dann auch ihre Bücher erschienen). Sie wusste also, was Leser*Innen wollen, als sie ihre Schriftstellerinnenkarriere begann, und der Erfolg gab ihr schnell recht: Schon der erste Roman Ausgeliebt von 2006 schaffte es auf die Spiegel-Bestsellerliste, Urlaub mit Papa (2008) erreichte bereits Platz 3, und seit Kein Wort zu Papa (2010) haben etliche ihrer Romane es auf den ersten Platz geschafft. Dazu kommt eine nicht minder erfolgreiche Reihe von Verfilmungen: Von 2009 bis 2016 wurden acht ihrer Romane für das ZDF adaptiert.

Warum Heldts Werke sich so phänomenal gut verkaufen, ist nicht schwer zu erkennen: Alle ihre Bücher sind unterhaltsam und flott erzählt, und sie sparen nicht mit Handlung und komischen und überraschenden Entwicklungen. Die meisten Romane sind miteinander durch eine Gruppe von wiederkehrenden Hauptfiguren verbunden – die immer wieder auftauchenden Bezugspunkte der Reihe sind der kauzige Sylter Rentner Heinz Schmidt und seine Tochter Christine. Die Handlung führt die Leserinnen und Leser durch etliche touristisch attraktive Schauplätze: Neben Sylt etwa Norderney und die Schlei. Dass Heldts Figuren ihre Abenteuer dort erleben, wo andere Leute Urlaub machen, tut dem Erfolg der Bücher und besonders der Filme sicherlich keinen Abbruch. Seit Böse Leute (2016) hat die Autorin ihr Spektrum erweitert und schreibt nun auch Kriminalromane: Wie sie im Klappentext dieses auf Sylt angesiedelten Romans schreibt, gab es „in meinen anderen Büchern nie wirklich böse Leute. Hier schon.“ #1 Trotzdem geht es auch hier und im Nachfolgekrimi Wir sind die Guten (2018) im Großen und Ganzen erbaulich zu, und auch der Humor kommt nicht zu kurz. 2018 erschien mit Drei Frauen am See der erste Band der Haus am See-Reihe, in der sich Heldt ernsthafter und nachdenklicher zeigt – der zweite Teil mit dem Titel Drei Frauen, vier Leben kam 2021 heraus.

Dass Dora Heldt ihre Leserinnen und Leser im zitierten Klappentext direkt adressiert, entspricht ihrer allgemeinen Kommunikationsstrategie: Immer wieder setzt sie auf die scheinbar unmittelbare Verbindung, am deutlichsten in ihren Kolumnen für die Zeitschrift Für Sie, die in mittlerweile vier Bänden auch in Buchform erschienen sind. Der Titel des ersten Bandes, Jetzt mal unter uns …, ist dabei Programm: Im leichten Plauderton berichtet Heldt aus ihrem Leben und von diversen Absurditäten des Alltags, und am Ende jeder Kolumne steht immer die Grußformel „Ihre Dora Heldt“ – man darf sich also ganz direkt angesprochen fühlen. In einem anderen Sinne gilt das auch für die Hörbuchfassungen ihrer Romane: Diese werden oftmals von der Autorin selbst eingesprochen.

Während der Großteil von Heldts mittlerweile über 20 Bände umfassenden Werk sich an Erwachsene richtet, hat sie sich auch als Young-Adult-Autorin versucht: 2008 erschien Siebenmeter für die Liebe, ein Jugendroman aus der Welt des Handballs.

6.10.21 Jan Behrs

ANMERKUNGEN

1 Dora Heldt: Böse Leute. Kriminalroman. München: dtv 2016, Klappentext.