Jens Rassmus erhält für »Regentag« den Deutschen Jugendliteraturpreis 2025 für das beste Bilderbuch
DER DEUTSCHE JUGENDLITERATURPREIS
Aktuell erscheinen jährlich ca. 7.500 Titel auf dem deutschsprachigen Kinder- und Jugendbuchmarkt. Hilfe bei der Orientierung bietet der Deutsche Jugendliteraturpreis. Seit 1956 zeichnet er jährlich herausragende Werke der Kinder- und Jugendliteratur aus. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche in ihrer Persönlichkeit zu stärken. Der Staatspreis will die Entwicklung der Kinder- und Jugendliteratur fördern, das öffentliche Interesse an ihr wachhalten und zur Diskussion herausfordern. Für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2025 hat die Kritikerjury 630 Titel aus der Produktion des Jahres 2024 geprüft, die von den Verlagen eingereicht wurden. Die Jugendjury sichtete rund 250 Neuerscheinungen. In einem ersten Schritt wurden 32 Titel nominiert, aus denen die Jurys nun ihre Siegertitel ermittelt haben. Die Preissumme in Höhe von 10.000 Euro pro Sparte wird zwischen den am Werk beteiligten Autor : innen, Illustrator : innen und Übersetzer : innen aufgeteilt. Für den Sonderpreis „Neue Talente“ 2025 waren drei deutsche Illustratorinnen nominiert, die 2024 ein erstes herausragendes Werk im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur vorgelegt hatten. Die Preisträgerin wurde von der Sonderpreisjury ermittelt, die auch den Sonderpreis für das Gesamtwerk Illustration vergibt. Der Sonderpreis „Neue Talente“ ist mit 10.000 Euro dotiert, der Sonderpreis „Gesamtwerk“ mit 12.000 Euro. Beide Sonderpreise werden im jährlichen Wechsel an deutsche Autor : innen, Übersetzer : innen bzw. Illustrator : innen vergeben.
KRITIKERJURY
Die Kritikerjury vergibt den Preis in den Sparten Bilderbuch, Kinderbuch, Jugendbuch und Sachbuch. Sie besteht aus neun Personen – der Vorsitzenden und je zwei Expert : innen pro Sparte:
- Vorsitz: Prof. Dr. Iris Kruse
- Bilderbuch: Nele Schäfer, Prof. Dr. Gabriela Scherer
- Kinderbuch: Prof. Dr. Lea Grimm, Sandra Rudel
- Jugendbuch: Johannes Schindlbeck, Dr. Ricarda Trapp
- Sachbuch: Viktoria Milde, Tania Zaman
JURYBEGRÜNDUNG FÜR »REGENTAG« VON JENS RASSMUS ALS BESTES BILDERBUCH
Es regnet. Bruder und Schwester wollten eine Fahrradtour machen, aber nun schüttet es unerbittlich. Langeweile und Ratlosigkeit herrschen im Kinderzimmer, bis aus den Tiefen der Vorstellungskraft eine erste Spielidee aufsteigt, der viele weitere folgen. Im Reigen phantasievoller Eingebungen bezwingen die Kinder Berge, werden zu Zwergen, die auf Käfern fliegen, und zu Riesen, die Hausdächer überschreiten. Sie steigen in tiefe Brunnen, durchwandern weite Felder und tiefe Wälder. Sie verstecken sich voreinander, jagen einander, kitzeln sich durch. Fließend gehen die aktivierenden Imaginationen in einander über, scheinen auszulaufen, um in einem anderen Setting neu anzusetzen. Ins Spiel versunken verfliegt die Zeit.
Ganz ohne Worte kommt Jens Rassmus ins Schwärmen über die Vielfalt kindlichen Spiels. Schwarz-weiße Umrisslinien zeigen die Handlungsrealität im Kinderzimmer, während kräftige Acrylfarben die weite Welt der Phantasie auffächern. Visuelle Verknüpfungen – wiedererkennbar sind Gesten und Haltungen der Kinder oder einzelne Gegenstände – lassen die Betrachtenden teilhaben an den imaginären Verwandlungen. Bildstark und schriftlos lädt dieses Buch alle ein, das Gedankenspiel mit- und nachzuvollziehen. Und wenn am Ende wieder die Sonne scheint, ist längst klar, dass Phantasie nicht nur einen Regentag aufhellt.

